Zwischen Idee und Umsetzung – Erhellende Grüße aus den Endproben von GEÄCHTET

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Während sich in Münster der Frühling von seiner sonnigen Seite zu zeigen beginnt, ziehen wir uns für viele Stunden in den dunklen Bühnenraum des Kleinen Hauses zurück, um dem Licht für die Premiere von GEÄCHTET den letzten Schliff zu geben.

Bereits der erste Blick auf die Bühne verrät, dass die Beleuchtung an diesem Abend eine ganz besondere Rolle spielt. Bühnenbildner Bernhard Niechotz hat eine viereckige Spielfläche entworfen, die von vielen kleinen Lampen umrahmt ist. Was hinter dieser Idee steckt, erklärt er mir während der Beleuchtungsproben: »Den kleinen Lampen können unterschiedliche Bedeutungen zugeschrieben werden. Zum einen stehen sie für die Stadt, genauer für die Lichter des New Yorker Stadtteils Manhattan, in dem sich die Wohnung befindet, wo unsere Geschichte spielt. Zum anderen haben sie einen installativen Charakter, der einen Bogen zur Kunstszene schlägt, in der sich die beiden Figuren Emily und Isaac zu Hause fühlen. Weiterhin können sie auch metaphorisch verstanden werden: Sie erinnern an Opferkerzen, wie zum Beispiel an die vom 11. September. Von seiner Symbolik her steht das Licht für Erkenntnis – ebenfalls ein essenzieller Aspekt des Abends.«

Dass die Lampen schließlich auch leuchten, dafür sind Beleuchtungsmeister Jörg Glashörster, ein Stellwerker sowie drei Beleuchter zuständig. Jörg beschreibt, was nötig ist, um die Bühne von GEÄCHTET zum Strahlen zu bringen: »Wir haben 50 kleine Lampen rund um die Spielfläche und 68 Scheinwerfer an der Decke in Betrieb. Insgesamt 36 Arbeitsstunden wurden investiert, um die Lampen aufzustellen und zu verkabeln sowie die Scheinwerfer zu hängen, abzurichten und einzuleuchten. Wir haben dann in 23 Stunden 43 verschiedene Lichtstimmungen gebaut, ihre Laufzeiten und Cues festgelegt. An dem Abend sind 4 verschiedene Farben zu sehen, 2 Farbeffekte und 1 Lauflichteffekt. Ich bin gespannt, ob die Zuschauer sie entdecken werden!«

Wie so oft stehen im Theater zwischen Idee und Umsetzung ein nicht unerheblicher technischer Aufwand sowie viele tatkräftige und erfahrene Mitarbeiter. Und sollte sich der Frühling in Münster mal wieder von seiner trüben Seite zeigen: Bei uns im Theater gibt es auf jeden Fall viel Licht!

Von Kristin Trosits

 

 

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